Italien ist ein Wunder des Geistes, der Kunst und der Natur

Im Gespräch mit Emanuela Cananzi, der Präsidentin des Festivals „Festival del Viaggiatore“ über Italien, Venedig und Asolo.

30 SETTEMBRE 2017 , ore 12.00 ,  Barchessa Villa Serena. Marco Lodoli e Marianna Bonelli

Emanuela Cananzi ist davon fest überzeugt, dass Italien ein Wunder des Geistes, der Kunst und der Natur ist. „Denken wir nur an die Menge und die Pracht von Kunstwerken, Gebäuden meisterhafter Architektur und vielfältigen Landschaften – von den Alpen bis zum karibisch anmutenden Meer in Salento. Die Präsidentin des “Festival del Viaggiatore” (Festival des Reisenden) von Asolo schwärmt von ihrem Heimatland und beschreibt die Halbinsel als Wiege tausendjähriger Kulturen – von den Etruskern bis zu den Altrömern – und unzähliger genialer Meister wie Michelangelo, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, die zusammen mit Alessandro Volta, Antonio Meucci oder Guglielmo Marconi zur wissenschaftlichen und technologischen Revolution beitrugen.

Zusammenfassend könnte man mit geschossen Augen irgendwo auf der Italienkarte zeigen: Der Zufall ist immer gleich gut, meint Cananzi entschieden. Italien ist aber auch Mode und Bel Canto: Hier erfand Bartolomeo Cristoferi das Klavier und Andrea Amati die Geige. Ich liebe Italien, und mir ist es bewusst, dass ich privilegiert bin – und dafür bin ich dankbar. Ich möchte dieses Privileg teilen, denn Kultur und Schönheit machen die Menschen frei und solidarisch,“ sagt Cananzi.

Venedig: ihr Topfavorit

Ob Emanuela Cananzi eine Lieblingsstadt hat? Ohne zu zögern, antwortet sie „Venezia“. In Venedig hat sie studiert und später gearbeitet. Venedig sei die Synthese der absoluten Schönheit und ein zeitloser Ort, wo sich die Menschen als Teil einer Ewigkeit fühlen. „Venedig ist der einzige Ort, der mich jedes Mal aufs Neue überrascht,“ betont sie.

Den deutschen Besuchern, aber auch jedem rät Cananzi, sich in den Calli Venedigs oder in den Caruggi in Genua genauso wie im Zentrum Roms oder im chaotischen Wirrwarr der neapolitanischen Gassen zu verirren. Dies sei die beste Art und Weise, um sich von seinen Entdeckungen führen zu lassen und mit vielen Eindrücken, Emotionen und Erlebnissen nach Hause zurückzukommen – und gleichzeitig mit dem Gefühl, Pionierarbeit geleistet zu haben.

„Asolare“ in Asolo

In Asolo, einem der Borghi più Belli d’Italia, in der Provinz Treviso kennt sich Cananzi blind aus. Der Besuch dieser faszinierenden Stadt auf den Hügeln Venetiens ist ihrer Meinung nach ein Muss. Sie erinnert uns daran, dass der Humanist Pietro Bembo, der Autor der „Asolaner Gespräche“, sogar das Verb „asolare“ erfand, um zu beschreiben, wie man Asolo in vollen Zügen bei einem Spaziergang erleben kann. Viele Persönlichkeiten der Vergangenheiten verweilten in dieser Ortschaft: von Marcello Mastroianni und Eleonora Duse, über Igor Strawinsky bis hin zu Ernst Hemingway und Freya Stark.

„Jeden Besucher lade ich zum Festival del Viaggiatore im September nach Asolo ein, denn während dieses Events werden besondere, normalerweise für das Publikum nicht zugängliche Orte geöffnet, wie das Haus von Eleonora Duse oder die von Robert Browning gezeichnete Torricella,“ so Cananzi.  In der nahen Umgebung sollte man auf jeden Fall die Palladio-Villa von Maser, genauso die Gypsoteca in Possagno besuchen, aber auch die Hügel von Monfumo sind bezaubernd.

Tourismus und Kultur vernetzen

Mit seinen Spezialitäten und seiner Schönheit vertritt Asolo das Land Italien weltweit, daher sollte die kleine Stadt die Rivalitäten, die aus Lokalpatriotismus entstehen, vergessen. Man sollte danach streben, Synergien zu schaffen und sich auf die Kompetenzen zu fokussieren, das Menschliche und die Umwelt in den Vordergrund zu setzen ebenso wie die unterschiedlichen Gebiete der Kultur, des Ambientes und des Tourismus miteinander zu vernetzen. „Nur so entstehen kontinuierliche Projekte für die Gemeinschaft, die fähig sind, lebendige kulturelle Landschaften zu schaffen,“ behauptet Cananzi – denn der Besucher will nicht nur sehen und besichtigen, sondern auch verkosten sowie Originelles und Authentisches erleben.   

Das italienische Lieblingswort der Präsidentin des „Festival del Viaggiatore“ ist Mater. Das Wort drückt Ursprung, Schöpfung, Kontinuität, Kreativität, aber auch Vertrauen, Mut, Kraft, Leidenschaft und noch Vieles mehr aus.

Informationen: Emanuela Cananzi ist die Präsidentin des Festivals „Festival del Viaggiatore“ von Asolo, das sie vor sieben Jahren durch das Kulturverein InArtEventi ins Leben rief. www.festivaldelviaggiatore.com

Interview: Nicoletta De Rossi

Bilder von Emanuela Cananzi: Marco Rocelli

Bild von Asolo mit Blumen: Roberto Lena – Bild mit Fahne des Festivals del Viaggiatore: Aldo Pavan

Erscheinungsdatum: 17.02.2021

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