Die Insel Burano in Venetien ist weltweit für ihre farbenfrohen Häuser und die feine Spitzenherstellung bekannt. Auf der bunten, kleinen Insel in der Lagune von Venedig gibt es jedoch noch eine weitere Spezialität: die süßen, leckeren Bussolai. Die heute überwiegend S-förmigen Kekse, die ursprünglich ringförmig waren, sind eine Tradition von Burano. Genau diese Traditionen waren auch einer der Gründe, weshalb Venedig und seine Lagune bereits im Jahr 1987 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden.






Bussolai: typisch Burano
Seit Generationen genießen Einheimische diese süße Köstlichkeit zu jeder Jahreszeit und zu jedem Anlass. Als ich die Backstube im hinteren Teil des Geschäfts von Carmelina Palmisano im Herzen der Insel betrete, kommt Jessica mit einem Blech voll Bussolai heraus. „Unser Spitzenprodukt aus Mürbteig bereiten wir jeden Tag frisch zu und formen es per Hand. Aber aufgepasst: Die Bussolai sind sehr reichhaltig“, sagt sie lächelnd. Köstlich sind sie, sei es nach dem traditionellen Rezept oder in den Varianten, die sich dem aktuellen Geschmack anpassen. Ich und viele andere schwören jedoch auf die traditionellen Bussolai. Darüber sind sich Jung und Alt, die Einwohner der Insel und Menschen aus aller Welt einig, und das bestätigt auch die Inhaberin der Konditorei, Frau Carmelina Palmisano, die mit ihrer Erfahrung und ihrem Können auch heute noch täglich im Geschäft mitwirkt.




In der Vergangenheit bereiteten die Frauen diese Kekse für die Fischer zu, denn sie waren sehr nahrhaft, ließen sich lange aufbewahren und waren feuchtigkeitsresistent. Für das Rezept der Bussolai werden viel Butter, viel Eigelb, Zucker, Mehl und etwas Vanille verwendet. In der venezianischen Mundart werden diese Kekse auch Bussolà und Buranei genannt.
Informationen:

Pasticceria Carmelina Palmisano: Via Baldassarre Galuppi 355, Tel.: 0039/041730010
Über Venedig: www.veneziaunica.it/it
Über die Region Venetien: www.veneto.eu
Text und Bilder: Nicoletta De Rossi