Zur Festa del Redentore, auch „Notte Famosissima” genannt, versammeln sich am 18. Juli Tausende von Menschen am Markusplatz, um das berühmte Feuerwerk und dessen atemberaubende Reflexionen auf dem Wasser zu bewundern.
Seit Jahrhunderten wiederholt sich jedes dritte Wochenende im Juli dieses Ritual. Dann staunen und jubeln Venezianer und Besucher, auf Booten oder entlang der Ufer der Lagune. Am Samstagabend werden auf Dächern, Kanälen und Booten Tische gedeckt, an denen sich Familien und Freunde traditionelle Mahlzeiten wie Bovoletti (kleine Landschnecken) teilen. Um 23:30 Uhr beginnt dann schließlich ein atemberaubendes Feuerwerk über dem Markusbecken, das die Lagune in ein Meer von Lichtern und Lichtreflexen verwandelt.

Die Tradition des Redentore
Das Fest des Redentore geht auf die Pest im Jahr 1575 in Venedig zurück. Mehr als ein Drittel der Stadtbevölkerung verstarb damals an der Seuche. Am 4. September 1576 reagierte der Senat der Serenissima mit einem feierlichen Gelübde: Um die Pest zu beenden, sollte eine Kirche zu Ehren Christi des Erlösers (Redentore) gebaut werden. Mit dem Bau der Kirche auf der Insel Giudecca wurde der Stararchitekt Andrea Palladio beauftragt. Sobald der erste Stein gelegt wurde, endete die Epidemie dann auch.
Als Dank dafür bauten die Venezianer 1577 eine provisorische Pontonbrücke, die die Fondamenta delle Zattere mit der Basilica del Redentore verband. Der Doge und die Bürger überquerten diesen schwimmenden Übergang damals als Zeichen ihrer Dankbarkeit. Diese Geste hat sich zu einem Ritual entwickelt, das sich in Venedig seit dem 16. Jahrhundert jeden Juli wiederholt.

Informationen: www.veneziaunica.it

Die diesjährigen Feierlichkeiten beginnen offiziell am 17. Juli um 19 Uhr mit der Einweihung der 334 Meter langen Votivbrücke zwischen den Zattere und der Basilica del Redentore. Sie dauern an bis Sonntag, wenn die religiöse Prozession über die Brücke stattfindet, gefolgt von der Redentore-Regatta.
Text: Nicoletta De Rossi – Bilder: Vela SpA