Dolce Vita in Bozen

In Bozen fühlt man sich in der Tat fast wie im Süden – vor allem auf dem Walther-Platz, im Herzen der Südtiroler Hauptstadt.

Wie so oft ist das Wetter in Bozen schön. Nachdem man den Brenner passiert hat, wechselt schlagartig das Klima – und damit die gesamte Atmosphäre. Ich habe jedes Mal das Gefühl, auf der Sonnenseite der Alpen angekommen zu sein. Wie viele wolkenlose Tage man in der Südtiroler Hauptstadt erleben kann, weiß ich nicht genau, aber dass Bozen häufig von der Sonne geküsst wird, ist eine Tatsache. Wie immer beim schönen Wetter ist die Piazza Walther gut besucht. Alle Tische der Bars rund um den Platz sind besetzt: Der eine gönnt sich gerade eine Mittagspause, die andere kommt mit vollen Einkaufstüten aus den berühmten, 300 Meter langen Arkaden, den sogenannten „Lauben“ – der Shoppingmeile Bozens. Eine Mama schaukelt ihr Baby im Kinderwagen bei einem caffè, und einige Kinder naschen ihr Stracciatella-Eis. Im Bozener „Wohnzimmer“ treffen sich alle – Alt und Jung, Einheimische und Touristen.

Die zwei Seelen Südtirols

Die Atmosphäre ist entspannt, wie auf einer typisch italienischen Piazza, aber hier wird Cappuccino mit Apfelstrudel serviert, spricht man den Barmann mit Barist (vom Italienischen barista) an und unterhält sich abwechselnd in deutscher und italienischer Sprache – in Bozen gibt es den größten Teil der italienischen Sprachgruppe (über 70%) Südtirols. In der Sonne ist inzwischen so warm geworden, dass große Sonnenschirme aufgespannt werden. Ich laufe Richtung Dom und betrachte dabei die Statue des Minnesängers Walther von der Vogelweide. Vor dem Bozener Dom, der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt, stehen Töpfe mit bunten Blumen. Das Wahrzeichen der Stadt ist ein echter Juwel romanischer und gotischer Baukunst mit buntglasierten Dachziegeln. Auch hier vereinigen sich die zwei Seelen Südtirols in einer äußerst gelungenen Harmonie.

Informationen: www.bolzano-bozen.it/de/ und www.suedtirol.info

Tipp: Mit seinen 5.300 Jahren ist Ötzi die älteste Feuchtmumie der Welt: Den weltberühmten Mann aus dem Eis ist eine Gletschermumie aus der Kupferzeit. Ihn kann man im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen besuchen. www.iceman.it/de

Text: Nicoletta De Rossi – Bilder: Harald G. Koch

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