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Die Geschichte der italienischen Migration nach Toni Ricciardi

Mit dem Buch „Eine kurze Geschichte der italienischen Migration in der Schweiz“ begleitet der Autor Toni Ricciardi die Leserinnen und Leser durch die Geschichte und das Leben der italienischen Migrantinnen und Migranten in der Schweiz. Das Buch ist eine beeindruckende Fundgrube an Informationen und Fakten für die Migration.

Wie viele Menschen sind heute Migranten oder waren es einmal? Wie aus dem Buch von Toni RicciardiEine kurze Geschichte der italienischen Migration in der Schweiz“ hervorgeht, hat die Schweiz nie aufgehört, Ausländerinnen und Ausländer aufzunehmen. Im letzten Jahrhundert war die Schweiz das Land mit dem höchsten Ausländeranteil in Europa. Viele von ihnen waren Italienerinnen und Italiener. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm sie fast die Hälfte aller Migranten aus Italien auf. Gleichzeitig war sie das erste Land der Welt, das sich mit einer umfassenden Gesetzgebung zur Steuerung der Zuwanderung ausstattete. Noch heute beherbergt die Schweiz die drittmeisten Landsleute Ricciardis weltweit. Noch heute ist die Schweiz das einzige Land der Welt, in dem Italienisch auch Amtssprache ist.

Streifzug in die Geschichte der Migration

Immer mehr Menschen sind in den letzten Jahren mobil geworden, weshalb man heute in Italien nicht mehr von Migration, sondern von „neue Mobilität“ spricht. Gast, Migrant, Ausländer, Fremdenfeindlichkeit: Diese und ähnliche Begriffe sind aktuell in aller Munde. Gibt es heute menschenwürdige Arbeitsbedingungen für die neue Mobilität in Europa? Um es besser als in der Vergangenheit zu machen, muss man die Menschen kennen, mit ihnen Lebensräume teilen – und sich mit ihrer Geschichte beschäftigen. Auf seiner Reise durch die Geschichte seiner Landsleute in der Schweiz beleuchtet der Migrationshistoriker, Autor und Politiker Toni Ricciardi die verschiedenen Aspekte der italienischen Migration in diesem Land.

Beim Lesen erfährt man, woher diese Menschen kamen und von der fortschreitenden Meridionalisierung. Er erzählt von mangelnder Integration und von der Zeit der Solidarität mit dem Komitee zur Abschaffung des Saisonnierstatuts. Aber auch von den tragischen Seiten, wie zum Beispiel von Mattmark im August 1965, als beim Bau des Mattmark-Staudamms im Kanton Wallis herabstürzende Eismassen 88 Menschen verschütteten. 56 der Opfer kamen aus Italien. Er erzählt von den prekären Arbeitsbedingungen der damaligen Migranten und von den Tausenden von Kindern, die 1972 im Untergrund lebten und ihre Kindheit versteckt verbringen mussten.

Wie sieht es heute mit der neuen italienischen Mobilität in der Schweiz aus?

Ricciardi schreibt, dass unter den am stärksten vertretenen Nationalitäten im Jahr 2016 die Italiener noch an erster Stelle standen. Im Juni 2022 waren es über 670.000 Italienerinnen und Italiener: Rund 100.000 Personen sind laut Statistik der italienischen Botschaft innerhalb eines Jahres in die Schweiz gezogen. Die meisten stammen aus der benachbarten Lombardei, gefolgt von den Regionen Kampanien und Apulien. Nach den USA und Deutschland ist die Schweiz das drittbeliebteste Ziel der neuen italienischen Mobilität.

Ricciardis Buch bietet einen umfassenden Überblick über ein Phänomen, das heute aktueller denn je ist: die Migration. Die neue italienische Mobilität hat „so an Fahrt aufgenommen, dass diese bald derjenigen der 1960er Jahre entspricht“, schreibt der Autor. Er zeigt den Leserinnen und Lesern ein Stück Geschichte, aus der man lernen sollte, dass viele Menschen irgendwann einmal schon Migranten waren.

Eine kurze Geschichte der italienischen Migration in der Schweiz“ von Toni Ricciardi ist 2023 im Seismo Verlag erschienen. ISBN: 978-3-03777-253-9 www.seismoverlag.ch

Informationen über Toni Ricciardi hier.

Text: Nicoletta De Rossi

 

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