Unterwegs im Valbelluna: von Mel nach Belluno

Abseits vom Massentourismus entdeckt man rund um Mel im Valbelluna neben wenig bekannten Sehenswürdigkeiten und Berglandschaften auch traditionelle Produkte, die im Einklang mit Umwelt, Natur und Geschichte neu interpretiert werden.

In der Mitte des Valbelluna-Tals, zwischen den Voralpen und den Belluneser Dolomiten, liegt das zauberhafte Mel. Das mit der Bandiera Arancione ausgezeichnete Borgo wurde 2017 zum schönsten Dorf Italiens gewählt. Aus dem Wunsch heraus, die Natur und die Geschichte dieser Region zu bewahren, entstanden hier neue Projekte mit geringer Umweltbelastung. Der landwirtschaftliche Betrieb Poggio Pagnan wurde beispielsweise mit dem Ziel gegründet, authentische Traditionen aus der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Giampaolo und Alex glaubten 2014 an ein Weinbauprojekt mit der Piwi-Traube. Diese Rebsorte ist für ihre Resistenz gegen Traubenkrankheiten bekannt und wird daher mit weniger menschlichen Eingriffen im Weinberg angebaut, was dem starken biologischen Credo der Familie entspricht.

Orte mit Geschichte: die Burg Zumelle in Mel

In der Ortschaft von Mel Tiago taucht man beim Besuch der Burg Zumelle in vergangene Zeiten ein. Jahrhundertelang war sie ein römischer Vorposten, der den Übergang aus dem Norden bewachte. Später wurde sie zu einem mittelalterlichen Herrenhaus mit Turm, umgeben von einem Wassergraben, wie es sich für ein Märchenschloss gehört. Die Erzählungen der Audioguides und die originaltreuen Installationen lassen das längst vergangene Leben der Damen und Ritter bereits im Innenhof wieder aufleben. In der Burg finden Feste und Themenabende statt. Hier kann man auch übernachten und sich wie ein echter Burgherr fühlen.

Bei Deola wird alles verwertet

In der Nähe der Burg halten wir bei der Konditorei Deola von Frau Nives. Zusammen mit ihrem Bruder schlägt sie seit über 25 Jahren täglich rund 700 Eier auf. Aus den Eiern werden süße Köstlichkeiten wie Kekse und Focaccia. Nichts wirft sie weg, und so wird der Ofen mit Bündeln gefüttert, die von Privatleuten oder Holzfällern, die die Wege säubern, gesammelt werden. Die Eierschalen und die Asche des Feuers werden zu einer Art natürlichem Dünger für den Gemüsegarten vermischt – ein hervorragendes Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft.

Unser Ausflug ins Valbelluna endet mit einem Aperitif auf dem Campedel, dem Hauptplatz der Provinzhauptstadt Belluno. Die „leuchtende Stadt“ (Belo-donum), wie sie die Kelten genannt haben sollen, besticht durch ihren reizvollen historischen Stadtkern und die umliegenden Berge.

Informationen: www.veneto.eu/IT/Valbelluna/

www.visitdolomitibellunesi.com/it

Dolomiti Pure Nature: Das Projekt zur Förderung des Tourismus im Valbelluna in der Provinz Belluno zielt darauf ab, die Schönheit des Gebiets zu allen Jahreszeiten bekannter zu machen und dadurch die Wiederbelebung traditioneller Produktionszweige zu fördern.

Text: Cristina Maggetti und Nicoletta De Rossi – Bilder: Cristina Maggetti – Aufmacher-Bild, Bild mit verschiedenen Spezialitäten und letztes Bild: Consorzio Dolomiti Prealpi

Teile diesen Beitrag

Das könnte Sie auch interessieren...​
2026 hat man auf der italienischen Halbinsel wieder eine sichere Wahl: 257 Badeorte mit 525 Stränden wurden mit der Blauen Flagge (Bandiera Blu) ausgezeichnet.
Auch 2026 wurde der Molveno-See in der Region Trentino wegen seiner Lage und der Wasserqualität als schönster See Italiens gezeichnet. Umgeben von der majestätischen Bergkette
Italien lässt sich besonders gut mit dem Zug entdecken. Schnelle Bahnstrecken verbinden einige der bekanntesten Reiseziele des Landes miteinander, darunter historische Städte, Küstenregionen und kulturelle
An einem verlängerten Wochenende kann man die Pontinischen Inseln und ihren Hauptort Ponza im Latium neu entdecken. Besucht man die kleine Inselgruppe um den 20.
Vicenza ist eng mit dem Namen des Stararchitekten der Renaissance Andrea Palladio verbunden, denn die von ihm hinterlassenen Gebäude in und außerhalb der Stadt in
Erice zählt zu den schönsten Dörfern Siziliens – und Italiens. In der Antike erlebte es eine Reihe von Eroberungen und wechselte seinen Namen mehrfach. Karthager,