Vicenza: die Stadt des Palladio

Vicenza ist eng mit dem Namen des Stararchitekten der Renaissance Andrea Palladio verbunden, denn die von ihm hinterlassenen Gebäude in und außerhalb der Stadt sind einfach atemberaubend.

Wenn man durch das Zentrum von Vicenza spaziert, spürt man an jeder Ecke die Präsenz des großen Architekten Andrea Palladio. Ich war erstaunt zu entdecken, wie viele Gebäude er entwarf und wie viele Spuren seiner genialen Entfaltungskraft die Stadt heute noch zeigt. Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt wurde mir klar, warum Vicenza zusammen mit den Villen von Palladio in der Region Venetien, wie zum Beispiel der Villa Maser in der Provinz Treviso, seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. 

Andrea Palladio spielte in seinen Bauwerken mit den harmonischen Proportionen zwischen leeren und gefüllten Flächen und schuf so einen ausgewogenen Stil. Er gestaltete die Stadt Vicenza neu und verlieh ihr ein klassisches Gesicht: 23 Gebäude in der Stadt sowie drei Villen in der näheren Umgebung – darunter die berühmte „La Rotonda“ – stammen von ihm. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass er keine künstlerische Ausbildung hatte, sondern seine Ausbildung in der Werkstatt eines Steinmetzes absolvierte.

In seiner „Italienische Reise“ schrieb Johann Wolfgang Goethe am 19. September 1786: „…uns so sag’ ich vom Palladio: er ist ein recht innerlich und von innen heraus großer Mensch gewesen.“

Vicenza und seine Basilica Palladiana

Es kommt mir fast so vor, als befände ich mich auf einem Laufsteg der Architektur. Bei jedem Schritt zeigt sich ein anderes von Palladio entworfenes Gebäude in seinem wunderbaren Gewand – angefangen mit der Basilica, die in Wirklichkeit keine Kirche ist. Dieses außerordentlich schöne Gebäude besticht durch Reihen von weißen Steinloggien, die durch ihre Eleganz und Feierlichkeit beeindrucken. Im Erdgeschoss reihen sich wie bereits zu Palladios Zeiten viele Geschäfte aneinander, die von der großen handwerklichen Tradition dieser Stadt zeugen: Vicenza ist weltweit für seine Goldschmiedekunst bekannt. Von der Kuppel aus, die wie ein umgekehrter Schiffsrumpf wirkt, verschlägt es einem den Atem – so viel Schönheit konzentriert sich auf dem darunter liegenden Platz dei Signori.

Gegenüber erkenne ich ein weiteres Juwel Palladios, die Loggia del Capitaniato, deren Figuren Wasser ausgießen und Flüsse symbolisieren. Auch hier ragen Säulen empor, die jedoch nicht sehr groß sind. Es scheint, als hätte Palladio keinen Putz vorgesehen, weshalb die Fassade in zwei Farben erscheint: dem Rot der Ziegel und dem Weiß des Steins und der Stuckarbeiten.

Was habe ich mitgebracht: die Gelassenheit der Menschen, wenn sie Zeit auf der Piazza verbringen.

Mein Spaziergang durch das Zentrum der Stadt endet beim Teatro Olimpico, das für mich zu den schönsten Theatern der Welt zählt. Schon Goethe bezeichnete das letzte Meisterwerk von Palladio als „Theater der Alten, im kleinen realisiert und unaussprechlich schön“.

Tipp: In der Kirche Santa Corona entdeckt man das Meisterwerk eines anderen großen Meisters: die Taufe Christi von Giovanni Bellini.  

Informationen

Über die Stadt Vicenza: www.vicenzae.org/de/

Über die Region Venetien: www.veneto.eu

Vicenza und das Teatro Olimpico gehören seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe „Città di Vicenza e le Ville del Palladio nel Veneto“.Was habe ich mitgebracht: die Gelassenheit der Menschen, wenn sie Zeit auf der Piazza verbringen. Mehr über das Teatro Olimpico in Vicenza erfahren Sie hier

Übernachten und Einkehren

Il Ceppo: In der traditionsreichen Gastronomie sind frisch zubereitete, leckere lokale Gerichte wie Baccalà mantecato sowie ganze Menüs zu finden, die man auch vor Ort im Untergeschoss probieren kann.

Hotel De La Ville: Das 4-Sterne-Superior-Hotel in der Stadt Vicenza verfügt über komfortable und geräumige Zimmer.

Tipp: Auch in Venedig sind einige meisterliche Werke von Palladio zu bewundern, wie die Basiliken Redentore und San Giorgio Maggiore.

Text und Bilder: Nicoletta De Rossi – Bilder des Restaurants: Il Ceppo.

Teile diesen Beitrag

Das könnte Sie auch interessieren...​