„Nido di seta“: viel mehr als nur eine Seidenraupenzucht

Die junge Kooperative „Nido di seta“ hat die alte Seidenraupenzucht im kalabrischen Floro wieder entdeckt, und daraus ein umfassendes Geschäftsmodell entwickelt.

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Domenico gewinnt von den bunten Seidenkokons verschiedene Seidenfäden, die miteinander verzwirnt zu einem einzigen langen Faden werden. Aus diesen Fäden werden später in Handarbeit Accessoires und Kleidungsstücke hergestellt. Zusammen mit anderen jungen Kalabresern hat er die Kooperative Nido di Seta gegründet, die sich vor fünf Jahren vorgenommen hat, die alte Tradition der Seidenraupenzucht im kalabrischen San Floro wieder zu beleben. Dafür haben Domenico, Miriam und Giovanna, mit der Unterstützung von Francesca, einen alten Maulbeerhain mit etwa 3000 Bäumen auf fünf Hektar saniert, der besonders üppiges Blattwerk bietet – die Seidenraupen fressen nur diese Blätter: 3-5 mal am Tag, und das 28 Tage lang. Eine harte Arbeit, die der ganzen Kooperative nicht nur eine Chance auf Arbeit gegeben hat, sondern auch zur Wiederbelebung der Gegend und zur Wiederentdeckung alter Traditionen beigetragen hat. Mit viel Leidenschaft haben diese jungen Leute, die alle aus der Gegend stammen, ihren Traum verwirklicht, in ihrer Region bleiben zu können. Draußen ist die Stille ohrenbetäubend, die Natur üppig und wunderschön. Mit Neugierde blickt der Besucher auf die bunten Seidenkokons, die er als in Handarbeit kreierte Unikate in der Form von T-Shirts oder Accessoires im Shop der Kooperative Nido di seta wieder findet.

Informationen: www.nidodiseta.com

TIPP: Im Seidenmuseum
Beeindruckende Kleidungsstücke und Manufakte sowie Geräte bewundert man im Seidenmuseum im Castello Caracciolo in San Floro, wo der Besucher auch die Geschichte der kalabrischen Seidenraupenzucht nachvollziehen kann. Das Abhaspeln der Seide kann man zusammen mit einem geführten Naturgang, einem Mittagessen und dem Besuch des Seidenmuseums buchen. Für die Zubereitung der Mahlzeiten verwendet die Kooperative ausschließlich Biolebensmittel aus eigener Produktion.

Text und Bilder: Nicoletta De Rossi

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