Monza an einem Samstag: Schicke Boutiquen und elegante Geschäfte säumen die verkehrsfreien Straßen Via Vittorio Emanuele II und Via Carlo Alberto. An deren Kreuzung thront der Palazzo dell’Arengario. Das imposante Gebäude aus dem 13. Jahrhundert steht an der zentralen Piazza Roma und diente ursprünglich als Markthalle und Rathaus. Heute finden dort Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt. Das Zentrum der lombardischen Stadt, die seit 2009 Hauptstadt der Provinz Monza und Brianza ist, eignet sich daher ideal zum Spazieren und Shoppen. Auf den beiden Hauptachsen dieser über 120.000 Einwohner zählenden Stadt herrscht ein buntes Treiben – vielleicht weil es immer noch keine U-Bahn-Verbindung nach Mailand gibt? Gelassen flanieren hier die Leute, darunter besonders viele Familien mit Kindern.




Die Corona Ferrea: eine wertvolle Krone
Monza ist jedoch vor allem wegen eines der schönsten Goldschmiedekunstwerke der Geschichte des Christentums berühmt: In ihrem gotischen Dom bewahrt die lombardische Stadt die Corona Ferrea, die eiserne Krone der Langobarden auf. Beim Spazierengehen entdecken wir die schöne Silhouette des Doms San Giovanni Battista, dessen Ursprünge bis ins Jahr 595 zurückreichen. Beeindruckend ist seine Fassade aus zweifarbigem Marmor mit einer wunderschönen Fensterrose. Die bayerische Prinzessin Theodolinde, Gemahlin des langobardischen Königs Agilolf, gründete damals die dem heiligen Johannes dem Täufer gewidmete Basilika. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde diese alte Basilika wieder aufgebaut.


In der Kapelle der Theodolinde wird die berühmte Krone aufbewahrt, die aus sechs Goldplatten – verziert mit Reliefrosetten, Edelsteinfassungen und Emaille – besteht. Der Metallring im Inneren, von dem die Krone ihren Namen „Eiserne Krone“ (Corona Ferrea) ableitet, sollte nach einer alten Überlieferung der Nagel sein, der bei der Kreuzigung Christi verwendet wurde. Es geht dabei um eine Reliquie, die die heilige Helena 326 während einer Reise nach Palästina gefunden und in das Diadem ihres Sohnes, des Kaisers Konstantin, einarbeiten ließ. Papst Innozenz VI. entschied später, im Jahr 1354, das unbestrittene Recht des Doms von Monza, die Krönung der Könige von Italien auszurichten.



BILDER: Kapelle der Theodolinde: © Museo e Tesoro del Duomo di Monza/Bild P. Pozzi; Bottega degli Zavattari, Storie di Teodolinda: © Museo e Tesoro del Duomo di Monza/Bild Piero Pozzi; Corona Ferrea: © Museo e Tesoro del Duomo di Monza/Bild R. Brà.
Was haben wir mitgebracht? Den Kuchen „Corona Monzese“, der den Monzesi zufolge besser als der Panettone schmecken soll, und den „Panettone gastronomico“. Es ist ein mit verschiedenen Zutaten wie Käse, Salami und Lachs gefüllter, salziger Panettone.
Tipp: Gehen Sie im 720 Hektar großen Park von Monza spazieren, der im Jahr 1805 von Napoleon errichtet wurde und besuchen Sie auch die Villa Reale und ihre Gärten.

Informationen: über die Stadt Monza hier
über das Museo e Tesoro del Duomo di Monza: www.museoduomomonza.it
Text und Bilder: Nicoletta De Rossi; Bild hier rechts: Domfassade: © Museo e Tesoro del Duomo di Monza/Bild F. Frigerio