COSMO: Stimmen aus der Welt

Der Radiosender COSMO der ARD bietet in Deutschland Programme in den verschiedensten Sprachen. Auch Italienisch ist mit COSMO Italiano vertreten. Doch wie lange noch? sonoitalia setzt sich für den Erhalt des weltoffenen und internationalen Radioprogramms ein, das vor dem Aus steht.

Der Name ist Programm: COSMO bedeutet auf Italienisch „Weltall” oder „Weltraum”. Genau das bietet der mehrsprachige Radiosender der ARD in Deutschland. COSMO sendet auf Türkisch, Italienisch, Bosnisch/Kroatisch, Serbisch, Spanisch, Griechisch, Russisch, Kurdisch, Arabisch und Polnisch. Es geht um mehrsprachige Inhalte nicht nur für Migrantinnen und Migranten der ersten, zweiten und dritten Generation, aber auch für alle, die „Cosmopoliti“ (Weltbürger) sind und auf Vielfalt und Dialog schwören. COSMO erzählt von Migration und Zugehörigkeit, also von unserer Gesellschaft, die aus unterschiedlichsten Lebensgeschichten besteht.   

Internationale Stimmen sind eine Bereicherung

Unsere weltoffene Gesellschaft braucht internationale Stimmen und Austausch. Das ist immer eine Bereicherung und trägt dazu bei, dass wir zusammenwachsen und zusammenhalten. Inklusion passiert durch mehr Verständigung, und Sprache – im Falle von COSMO sind es die verschiedensten Muttersprachen, die vertreten sind – ist der erste Schritt, um das zu erreichen. Selbst wenn man viele Jahre in Deutschland lebt und zur deutschen Gesellschaft gehört, tut es gut, einen Podcast in der eigenen Muttersprache zu hören.  Für einige bedeutet es ein Stück Heimat, für andere ist es Tradition und Erinnerung an die eigenen Wurzeln. Wieder andere schätzen die Möglichkeit, Themen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Für neugierige und sprachbegabte Menschen ist es eine Entdeckung. Es gibt unzählige Gründe, warum man Podcasts in italienischer Sprache verfolgt. Für viele gehören sie sogar zum Alltag.

Sprache baut Brücken  

In einer so komplexen Zeit wie unserer, in der es geopolitische Schwierigkeiten und klimatische Herausforderungen gibt, die schwere Konsequenzen für die gesamte Menschheit haben, brauchen Menschen Brücken, auch der Verständigung, die durch Programme, Musik und Podcasts in verschiedenen Sprachen entstehen. Das sorgt für mehr Zusammenhalt und Demokratie. Ein Ende von COSMO in seiner bisherigen Form zum 1. April 2027, wie vom WDR-Rundfunkrat beschlossen, würde ein völlig entgegengesetztes Signal senden. Deshalb wünscht sich das gesamte Team von sonoitalia den Erhalt von COSMO.

Vielfalt braucht eine Stimme: Save COSMO Radio Luciana Caglioti Host von COSMO Italiano schildert die aktuelle Lage: „Im Anschluss an die Entscheidung des Rundfunkrats haben die Neuen Deutschen Medienmacher*innen einen offenen Brief an die IntendantInnen der ARD veröffentlicht. Diesen Brief haben mehr als 500 migrantische Organisationen, Initiativen sowie weitere Unterstützende aus Kultur, Wissenschaft und Politik unterzeichnet. Sie fordern nicht nur COSMO zu erhalten, sondern auch es zu einem bundesweiten Programm auszubauen. Zudem gibt es die Petition „Vielfalt braucht eine Stimme: Save COSMO Radio“ zum Erhalt von COSMO, die bereits letztes Jahr gestartet wurde und aktuell von mehr als 108.000 Menschen unterzeichnet wurde.“  

Zur Petition: Klicken Sie hier

Informationen über COSMO 

Bereits seit den 1960er Jahren begleiten muttersprachliche Programme, wie Radio Colonia oder Köln Radyosu Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind. Sie boten Nachrichten aus der Heimat, Orientierung im Alltag und ein Stück Vertrautheit in einer neuen Umgebung. Daraus entwickelte sich später auch COSMO. 

Text: Nicoletta De Rossi – Bilder: COSMO

Aufmacher-Bild: v.l. Florian Hager, Vorsitzender der ARD, Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen, Evren Zahirovi, Moderatorin von COSMO, Christina Del Din, Pressesprecherin von Yvette Gerner, Noelle O’Brien-Coker, Autorin/Reporterin von COSMO, Luciana Caglioti Host von COSMO Italiano.

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