Das Motto der diesjährigen Biennale Arte in Venedig, „In Minor Keys“, könnte man mit „in leisen Tönen/in Moll“ übersetzen. Es bedeutet, Aufmerksamkeit für übersehene Stimmen und leise Zwischentöne zu schaffen und in unserer lauten und schnelllebigen Welt Entschleunigung zu ermöglichen. Die Leiterin der Biennale Arte 2026, Koyo Kouoh, die kurz vor der Pressekonferenz im Mai plötzlich verstarb, wollte eine Biennale, die auf die Moll-Tonarten abgestimmt ist. Ein Ausschnitt aus ihrer Rede, die sie nicht mehr halten konnte, lautet: „Um in einen langsameren Gang zu schalten und sich auf die Frequenzen der Moll-Tasten einzustimmen. Moll-Tonarten spielen in der Musik sowohl auf die Struktur eines Liedes als auch auf seine emotionalen Wirkungen an.“

Doch der Start der 61. Biennale Arte 2026 war trotz der „kleinen” Eröffnungsfeier alles andere als leise. Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt richtete sich auf die Pavillons von Russland und Israel, deren Zulassung zum Rücktritt der internationalen Jury – und später zur Streichung von EU-Fördermitteln – führte. Die Konsequenz? Am Eröffnungstag gab es laut den Veranstaltern zehn Prozent mehr Besucherinnen und Besucher als bei der letzten Biennale Arte vor zwei Jahren. Die internationale Ausstellung lädt dieses Jahr zu einer visuellen und meditativen Reise ein, bei der sich alle Sinne miteinander verbinden und von einem Universum zum nächsten treiben lassen.
In diesem Beitrag finden Sie einige unserer Eindrücke von den in den Giardini ausgestellten Kunstwerken.













Wo: in den Giardini, im Arsenale und in der Altstadt von Venedig
Wann: bis zum 22. November 2026
Informationen: www.labiennale.org/it
An der Ausstellung nehmen 100 Nationen in den historischen Pavillons in den Giardini und im Arsenale sowie im historischen Stadtzentrum teil. Zum ersten Mal sind Guinea, Guinea-Equatorial, Nauru, Katar, Sierra Leone, Somalia und Vietnam dabei. El Salvador ist erstmals mit einem eigenen Pavillon vertreten.
Mit dem „Venezia Unica City Pass“ kann man Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, den Zugang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und viele andere Dienstleistungen online kaufen: www.veneziaunica.it
Text und Bilder: Nicoletta De Rossi


