Padua: Besuch im Orto Botanico

Der Orto Botanico di Padova in Venetien fasziniert seit seiner Gründung im Jahr 1545. Auch Goethe besuchte den Botanischen Garten und zeigte sich von den wunderbaren Pflanzen beeindruckt.

Das leuchtende Rot einiger Sukkulentenpflanzen erstrahlt unter dem satten Grün enormer Palmen. Es scheint, als befände ich mich in einem tropischen Dschungel. Tatsächlich bin ich jedoch im Giardino delle Biodiversità des Orto Botanico in Padua. Der Orto Botanico der Universität in Padua ist der älteste botanische Garten einer Universität weltweit. Er wurde 1545 als „Hortus medicinale” gegründet, um Pflanzen zu wissenschaftlichen Zwecken zu kultivieren, da diese damals Teil fast aller Medikamente waren. Gerade weil er der Ursprung aller botanischen Gärten auf der Welt ist und über die Jahrhunderte hinweg ein Ort der wissenschaftlichen Forschung sowie des kulturellen und didaktischen Austausches war, wurde er 1997 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Das Museum im Botanischen Garten

Das Museo Botanico entführt Besucherinnen und Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit, die durch die Geschichte des Gartens, seiner Pflanzen und der Menschen, die sie sammelten, führt. Besonders interessant und faszinierend finde ich neben dem historischen Herbarium die Rekonstruktion einer alten Apotheke (Spezieria) mit dem damaligen Mobiliar. Ein Video zeigt dort den Alltag eines damaligen Apothekers (Speziale). 

Goethe und „seine“ Palme

Draußen im historischen Garten changieren die Farben je nach Saison. Besonders beeindruckend ist es im Herbst, wenn sich die Pflanzen in unendlich vielen unterschiedlichen Nuancen präsentieren. Zu den historischen Pflanzen, denen man dort begegnet, gehört die sogenannte Goethe-Palme (Chamaerops humilis), eine im Mittelmeerraum noch heute vorkommende Zwergpalme aus dem Jahr 1585. Sie ist somit die älteste Pflanze des Botanischen Gartens. Die Palme, die Johann Wolfgang von Goethe in seiner „Italienischen Reise” im September 1786 beschrieb, hat eine unglaubliche Größe von 12 Metern erreicht. Ebenfalls beeindruckend ist der Ginkgo biloba aus dem Jahr 1750. Er ist einer der ersten Bäume dieser Art, die nach Italien gebracht wurden.  

Tipp: Die Cappella degli Scrovegni in Padua gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist auch immer einen Besuch wert, denn das Meisterwerk von Giotto ist atemberaubend.

Informationen: www.ortobotanico1545.it

Der Orto Botanico erstreckt sich über eine Fläche von 3,5 Hektar, auf der sich 3.500 verschiedene Gattungen und rund 6.000 Pflanzen befinden. Er befindet sich im Herzen Paduas in der Nähe des Prato della Valle sowie der Basiliken Sant’Antonio und Santa Giustina. Der Giardino delle Biodiversità besteht aus fünf großen Glashäusern, in denen man fünf verschiedene Ökosysteme und 1.300 verschiedene Pflanzen bestauenen kann.

Über die Region Venetien: www.veneto.eu

Text und Bilder: Nicoletta De Rossi – Aufmacher-Bild und Bild Basilika Santa Giustina: Archivio Regione Veneto

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