„Tracce/Spuren“ von Erlangen nach Südtirol

Wie ist die Idee entstanden, eine Schau im Kunstmuseum Erlangen dem Thema „Tracce/Spuren“ zu widmen? Sonoitalia war im Gespräch mit Sophia Petri, Kuratorin der Ausstellung, die am 27. Juni feierlich in Erlagen eröffnet wurde.

Mit der Organisation der Ausstellung „Tracce/Spuren – Künstler*innen aus Bozen“ hat sich Sophia Petri eineinhalb Jahre beschäftigt. Anlass dafür war die 2018 entstandene Partnerschaft zwischen der Stadt Erlangen und dem italienischen Bozen. Wegen der Pandemie konnte die Kuratorin zuerst nur im Netz recherchieren. Bei der spannenden Suche nach Kunstmachenden in der Bozener Kunstszene wurde sie aber relativ schnell fündig. Nach genauer Abwägung wählte sie die Werke von 14 zeitgenössischen Südtiroler Künstlern*innen aus. Sie gehören verschiedenen Generationen an und arbeiten mit unterschiedlichen Techniken und Materialien. Erst im persönlichen Gespräch mit ihnen konnte Petri aber den roten Faden der „Spuren“ für ihre Schau herausarbeiten.

Spuren entdeckt man überall

Bei den ausgestellten Kunstwerken geht es um Spuren in den verschiedensten Situationen: beispielweise in der Natur, in den Erinnerungen, in der Tradition oder in den Träumen. Einige Spuren hinterlassen gravierende Folgen in der Natur, deswegen ist der bedrohten Natur der Auftakt der Schau gewidmet. Zwei extra für die Erlangener Schau kreierte Kunstwerke von AliPaloma heißen die Besucher willkommen: Dabei geht es um zwei bekannte Berglandschaften (eine davon zeigt die faszinierende Langkofelgruppe) als Wachskerzen. Die Besucher können diese beim Betreten der Schau anzünden – wenn sie sich trauen – und somit die Vergänglichkeit der Natur direkt erleben. 

Mit dem Thema Spuren in der Natur beschäftigen sich viele Künstler und Künstlerinnen dieser Schau, etwa Gabriela Oberkofler mit „Latschenkiefer“ (Aquarell auf Papier in zarten Farben) oder Barbara Natter mit ihren blumigen, fast lyrischen Motiven. Einige Werke bestechen durch ihre Originalität, wie die von Petra Poli, welche die Zahlen der Tracks als Titel haben, oder das Kunstwerk „Piramiweg 7“ von Paul Thuile. Hier geht es um eine Bleistiftzeichnung auf Wand/Fotografie/Leuchtkasten mit verzogener Perspektive. Eine beeindruckende Installation erlebt der Besucher im Stuckkabinett des Museums, wo an einer Wand 70 Teile von Stefan Tschurtschenthaler hängen: Die verwendeten unterschiedlichen Wachsplatten stammen aus einem Kloster.

Im Gespräch mit Sophia Petri, Kuratorin der Erlangener Ausstellung:

Überraschende Mischtechniken

Etwas Surreales an sich haben die Werke von Sylvia Barbolini, die ihre Fotografien mit Stickereien verziert. Bezaubernd finde ich auch die Holzwerke von Martin Kargruber aus ganzen Holzstücken, genauso wie die Gemälde (Öl auf Leinwand) von Christine Gallmetzer, beispielsweise „Fly me to the moon“ oder die „Springerin“. Mit einer rätselhaften chemischen Formel (Wasserstrahlschnitt aus Dolomitstein) und einigen genauso mysteriösen Drucken (Hexadecimalcode Druck auf Dibond) von Simon Perathoner endet die Schau. „Tracce/Spuren“ ist eine inspirierende und bereichernde Schau – deswegen sollte man sie gesehen haben!    

Informationen über die Ausstellung im Kunstmuseum Erlangen (bis 1. August 2021):

www.kunstmuseumerlangen.de

Text: Nicoletta De Rossi – Bilder: Harald G. Koch

Erscheinungsdatum: 28.06.2021

  

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