Samnium und die Samniten. Roms letzter Rivale

Von Süditalien nach München: Die Sonderausstellung „Samnium und die Samniten. Roms letzter Rivale“ zeigt die Geschichte des antiken und kaum bekannten Volkes der Samniten in den Münchner Antiken Sammlungen und Glyptothek.

Wer sich noch vage an das antike Volk der Samniten erinnert, tut das normalerweise nur in Verbindung mit den sogenannten Samnitenkriegen der Römer. Der Zeit ihres Wirkens liegt sehr weit weg von uns in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts und im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. Ansonsten wurden die alten Samniten, die ihre Heimat in der Berg- und Hügellandschaft der heutigen süditalienischen Region Molise hatten, vergessen. Jetzt soll eine Sonderausstellung mit dem Titel „Samnium und die Samniten. Roms letzter Rivale“ in der Glyptothek in München unsere Erinnerungen an die Geschichtsbücher über das alte Volk wieder wecken. Die Münchner Ausstellung würdigt die Kultur der Samniten erstmals außerhalb Italiens in einer umfassenden Schau.

Wer waren die Samniten?

Die Samniten, die sich selbst als Safineis bezeichneten, betrieben eine extensive Weidewirtschaft mit Schafen und Ziegen. Und genau an den Triften der Viehherden entstanden ihre größeren Siedlungen in der gesamten heutigen Region Molise, im nördlichen Teil Apuliens und in schmalen Streifen der Regionen Kampanien und Latium. Doch sie waren keine wilden Hirten. Um die Mitte des ersten Jahrtausends v. Chr. entwickelte sich die samnitische Kultur. Durch die Exponate in der Schau der Münchner Glyptothek können sich Besucherinnen und Besucher einen Überblick über die feine Kultur dieses alten vergessenen Volks verschaffen. Meistens sesshaft, drangen sie in die Küstenregion Kampaniens vor und gerieten so in Konflikt mit den Römern. Trotz einiger Siege unterliegen sie der überlegenen Macht der Römer und wurden nach den drei Samnitenkriegen (343 – 290 v.Chr.) auf die Region Samnium beschränkt, bis sie 82 v. Chr. endgültig besiegt wurden. Sie bewahrten jedoch ein großes Unabhängigkeitsgefühl, das noch heute bei der Bevölkerung dieser süditalienischen Gegend spürbar ist. Wer durch die hügelige, oft einsame Landschaft der Molise streift, entdeckt heute noch diese Triften und die antiken Reste dieser Kultur, wie beispielsweise in Pietrabbondante, Campobasso oder Altilia Saepinum. Heute, wie in der Antike, ist diese Region dünn besiedelt und kaum bekannt, genauso wenig wie ihre Schätze. Desto mehr lohnt sich eine Reise dorthin auf den Spuren der alten Samniten. Eine solche Reise wird jeden in ihren Bann ziehen und darauf kann man sich schon jetzt bei der Schau in München im Voraus freuen.

Wo: in den Antiken Sammlungen und Glyptothek, in München

Wann: bis zum 25. September 2022

Informationen über die Schau hier

Das Ausstellungsprojekt wurde vom Italienischen Generalkonsul in München, Enrico De Agostini, angeregt.

Der 128-seitige Katalog der Schau mit zirka 130 Abbildungen ist in die folgenden Kapitel unterteilt: Safinum. Land, Kultur, Sprache, und Geschichte Samniten (Ch. Gliwitzky); Die Samniten zwischen Hellenisierung und Romanisierung (J. Gebauer); Ein Bergvolk und raue Gesellen. Die Samniten im Krieg (F. S. Knauß); Samnium unter dem Einfluss Roms (M. Löx) und Der Tempel der großen Göttin Isis in Benevent und die Religion der Samniten (A. Fendt) 

Text: Nicoletta De Rossi – Bilder: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München

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